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Die Ausgabe Nr. 18 ist ab sofort lieferbar!

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Wir wünschen Ihnen viel Lesefreude mit dem neuen Magazin!

Die Grenzen der züchterrischen Freiheit

Editorial zur aktuellen Ausgabe Nr. 18

Jeder Züchter hat – hoffentlich – ein Zuchtziel und ist bemüht, die Pferde genau so zu züchten, wie das Idealbild vor seinem geistigen Auge aussieht. Dabei können die Zuchtziele von Züchter zu Züchter deutlich abweichend sein und nicht immer sind individuelle Zuchtideen kongruent mit dem offiziellen Zuchtziel. Das ist erlaubt, mitunter auch erwünscht, und dient auch dem Erhalt der genetischen Vielfalt. Um es nochmal zu betonen: Jeder Züchter, jede Züchterin, darf so züchten, wie er/sie es möchte!

Bedenklich wird diese individuelle Zuchtzielgestaltung, wenn anatomische oder charakterliche Probleme unbeachtet bleiben – aus Ignoranz oder Unwissenheit – und sich dadurch Probleme im Hinblick auf die Gesundheit eines Tieres oder die Nutzbarkeit ergeben. Es sollte kein Züchter billigend in Kauf nehmen – oder sogar anstreben – dass Tiere gezüchtet werden, die es schwer haben werden, die an sie gestellten Anforderungen zu erfüllen oder bei denen gesundheitliche Probleme vorprogrammiert sind. Ein schlechter Körperschwerpunkt mit einer vorfallenden Rückenlinie, vielleicht noch kombiniert mit einem tief angesetzten und / oder ungünstig geformten Hals wird es dem Pferd sehr schwer machen, den reiterlichen Wünschen zu entsprechen. Allzu häufig werden diese Tiere „Wanderpokale" und von Besitzer zu Besitzer verkauft.

Ein schlechtes Fundament und / oder eine deutlich ungünstige Fehlstellung können zu Lahmheiten, bis hin zur dauernden Unbrauchbarkeit verursachen. Auch charakterliche Probleme führen nicht selten dazu, dass diese Pferde ungeliebt eine Besitzerodyssee erleben. Zudem kann es problematisch sein, komplett „am Markt vorbei“ zu züchten, da diese Tiere schwer zu verkaufen sind, häufig zu Dumping-Preisen abgegeben werden (müssen) und leider hat für viele Menschen eine „Sache“ nur einen Wert – und wird gewürdigt, angemessen geschätzt und versorgt – wenn sie teuer ist.
Dies sind nur einige Beispiele, die zeigen, dass eine nicht fach- und sachgemäße Zucht sehr negative Auswirkungen für das Tier haben kann, gepaart mit Unzufriedenheit bei den Besitzern.

Meiner Meinung nach sollte jeder Züchter seine züchterrische Freiheit unter Berücksichtigung dieser Aspekte begrenzen. Als Züchter hat man sehr viel Verantwortung! Die Verantwortung geht deutlich darüber hinaus, das Fohlen in den ersten Monaten bzw. bis zum Verkauf ausreichend zu versorgen!

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine schöne Weihnachtszeit!

Ihre Carola Krokowski

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